Geschichte

Weil Haná die „Kornkammer“ unserer Republik ist, haben schon unsere Vorväter mit der Malzherstellung und auch mit der Herstellung des flüssigen Brotes – Biers – begonnen. Malzherstellung gehört zu den wenigen Wirtschaftszweigen, die unsere Heimat bis heute in der ganzen Welt berühmt machen.

Haná – das Zentrum der Mälzerei

Genau in den Zeiten der Österreichisch-ungarischen Monarchie war das Gebiet von Haná das Zentrum der ganzen Malzindustrie. Mälzer gehörten unter die Spitzen in ihrem Bereich. Ihre Unternehmen (meistens Familienunternehmen) gehörten zu den größten Unternehmen im Land. „Malzfabrikanten“ hatten dank ihrer Geschäftstätigkeit einen großen politischen Einfluss weltweit, übten wichtige Wirtschaftspositionen aus und waren so die Gründerväter der Malzindustrie.

Patente auf Malzherstellung schon im neunzehnten Jahrhundert

Im Jahre 1880 gab es im Gebiet von Haná 70 Exportmälzereien aus der Gesamtzahl von 99 im ganzen Österreich – Ungarn. Zu diesem Zeitpunkt war die Mälzerei in Prostějov auf der heutigen Blahoslavova Straße auf ihrem Höhepunkt. Diese Mälzerei wurde im Jahre 1800 von Gebrüdern Winter gegründet. Gebrüder Winter waren Malz-Experte, die über mehrere Patente im Bereich Malzherstellungstechnologie verfügten. Im Handel waren sie noch tüchtiger – sie haben vor allem nach Bayern und Amerika verkauft. Die Mälzerei war zu dieser Zeit eine der am besten ausgestatteten und größten Mälzereien in Europa.

Feuer im Jahre 1892

Im Jahre 1892 wurde die Mälzerei von Grund auf verbrannt. Dann wurde sie wiederaufgebaut und noch besser ausgestattet. Sie hat 100 Arbeiter für Herstellung von 5000 Tonnen von Malz angestellt. Sie hat weiter geblüht und im Jahre 1928 bis zu 6500 Tonnen Malz hergestellt. Das hergestellte Malz wurde unter der Handelsmarke Castello verkauft.

Okkupation stellt den Betrieb der Mälzerei ein

Eine weitere Blütezeit wurde durch die Okkupation verhindert. Im Oktober 1940 wurde in die Mälzerei ein deutscher Verwalter eingesetzt. Die Besitzer waren in England, der Rest der Familie wurde inhaftiert. Im Jahre 1942 wurde der Betrieb der Mälzerei eingestellt.

Die Mälzerei der Gebrüder Winter wurde im Jahre 1948 nationalisiert

Das Unternehmen der Gebrüder Winter wurde im Jahre 1948 nationalisiert und in die Obchodní sladovny národního podniku Olomouc (Handelsmälzereien des Nationalbetriebs Olmütz) und später in andere reorganisierten Institutionen eingegliedert. Der Betrieb hat weiter hergestellt, aber ist dank der Ungefälligkeit der Leitung vom Nationalbetrieb verfallen und technisch unterblieben. Die Qualität des hergestellten Malzes hat den Betrieb trotzdem am Leben erhalten.

Castello – Rückkehr zu traditioneller Marke

Nach dem Jahr 1992 wurde die Mälzerei aus den Handelsmälzereien abgezogen und im Rahmen von Privatisierung einem neuen Besitzer verkauft, von dem sie bis heute wieder unter dem Namen Castello betrieben wird. Castello lässt sich mit dem Wort Schloss oder Kapelle übersetzen und auch die zwei Türme der Malzdarre, die sich auf der Marke der Gesellschaft befinden, an eine Kapelle oder ein Schloss erinnern. Der Besitzer mochte diesen Namen erneuern und als Legat und Erinnerung an Familie Winter bewahren und auf dieser Weise ihrer Kunst im Bereich Mälzerei Anerkennung zollen.